THW Jugend Sachsen

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Beschlussantrag „Raum für Helden - Jugendforum der THW-Jugend Sachsen e.V.“

Beschlussantrag
Landesjugendausschuss der THW-Jugend Sachsen e.V.

Antragssteller: Landesjugendleitung

 

Titel des Antrages:
Leitantrag: Förderung der Beteiligung junger Menschen in unserem Verband
„Raum für Helden - Jugendforum der THW-Jugend Sachsen e.V.“


Der Landesjugendausschuss der THW-Jugend Sachsen e.V. möge beschließen und an die Landesjugendleitung, den Landesbeauftragten für Sachsen und Thüringen und den Landessprecher für Sachsen weiterleiten:

Beschlusstext:
Der Landesjugendausschuss der THW-Jugend Sachsen e.V. beschließt die Beteiligung junger Menschen stärker in den Mittelpunkt der Entscheidungsprozesse zu stellen. Als erste Maßnahme wird „Raum für Helden - Jugendforum der THW-Jugend Sachsen e.V.“ umgesetzt. Die Landesjugendleitung wird beauftragt, das erste Zusammentreffen des Jugendforums zu organisieren. Die inhaltliche Gestaltung des Jugendforums soll jedoch im Wesentlichen durch die Jugendlichen erfolgen und von deren Interessen gekennzeichnet sein. Das Jugendforum wird in der inhaltlichen Durchführung durch die Landesjugendleitung und die Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. unterstützt, welche im Rahmen des Projektes „Konzepte, Methoden und Instrumente des interkulturellen Lernens in Verbänden und Vereinen“ des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ zusammenarbeiten. Landesbeauftragter und Landessprecher sind über den Fortschritt zu unterrichten.

Für die konstituierende Sitzung des Jugendforums wird beschlossen, dass sich jede_r Interessent_in aus den THW-Ortsjugenden anmelden kann. Die Teilnehmer_innenzahl wird auf 50 Personen beschränkt. Im Rahmen der ersten Sitzung ist ein Delegiertenschlüssel oder ein gemeinschaftlicher Ansatz zu definieren. Das Jugendforum wird damit beauftragt, dem Landesjugendausschuss mittelfristig, spätestens bis zur zweiten Sitzung in 2018 eine Geschäftsordnung und ggf. notwendige Satzungsanpassungen zum Beschluss vorzuschlagen.

Begründung:
(wird nicht mit beschlossen / kann im Rahmen des Landesjugendausschusses auch mündlich erfolgen)

Der Jugendverband hat neben dem fachlich-technischen Heranführen an die THW-Aufgaben einen klaren gesellschaftlichen Bildungsauftrag. Dabei steht das Vermitteln und Erlebbarmachen von Demokratie und Toleranz als gesellschaftliche Werte im Mittelpunkt und ist somit einer der wichtigsten Aufgaben des Bildungsauftrages innerhalb unseres Jugendverbandes.

Hierbei leisten die jugendverbandlichen Strukturen auf Ortsebene bereits eine herausragende Arbeit. Neben der fachtechnischen Ausbildung werden die Junghelfer_innen insbesondere im Umgang mit anderen Menschen, den Herausforderungen der Teamarbeit, dem Umgang mit Konflikten, der Übernahme von Verantwortung und teilweise mit dem Prozedere demokratischer Entscheidungen (Lob- und Meckerkasten, Gruppenregeln, gemeinsame Erstellung der Jahresplanung etc.) vertraut gemacht. Insbesondere die letzten beiden Punkte möchte die THW-Jugend Sachsen e.V. mit diesem Beschlussantrag weiter fördern und ggf. durch die Umsetzung struktureller Anpassungen nachhaltig in die Verbandsarbeit auf Landesebene aufnehmen.

Die Demokratieförderung in der Jugendverbandsarbeit steht dabei vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen Sachsen-Monitors 2016 der Landesregierung. Die Studienergebnisse zeigen: „Es besteht eine schwache Verankerung der Demokratie in der Bevölkerung und eine starke Verbreitung von Einstellungsmustern gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ein besonderes Achtungszeichen muss sein, wenn in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren, die Entfremdungserscheinungen gegenüber der Demokratie und explizit demokratiefeindliche Einstellungen überdurchschnittlich stark ausgeprägt sind. Es ist weiterhin alarmierend, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten angibt, sich für Politik im Allgemeinen und weniger als die Hälfte für Politik in Sachsen zu interessieren. Dass das politische Interesse bei der jungen Generation zwischen 18 und 29 Jahren noch einmal deutlich geringer ausfällt und in dieser Altersgruppe Einstellungen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren, überdurchschnittlich vorhanden sind, zeigt wie zentral eine gute politische Bildung in der Prävention gegen demokratiegefährdende Einstellungen ist.“
(Quelle: Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V.)

Entsprechend müssen junge Menschen auf besondere Weise zur Beteiligung gewonnen und motiviert werden und sie brauchen jugendgemäße Angebote, um Partizipationskompetenzen zu erwerben. Das bedeutet: Es muss gelingen, Kinder und Jugendliche mit dem Ziel zu beteiligen, demokratische Prozesse zu erfahren, Gelegenheiten zu erhalten, demokratische Prinzipien anzuwenden und an der Entwicklung von Konzepten und politischen Vorhaben, die ihre Belange betreffen, mitzuwirken. Kinder und Jugendliche müssen Einfluss auf die Zielrichtung und Ausgestaltung nehmen können und die Ereignisse in Frage stellen dürfen. Hierfür bietet sich eine Umsetzung innerhalb des Jugendverbandes überaus an, da Themen, Prozesse und Entscheidungen am ehesten erfahrbar und in ihren Auswirkungen auf das Leben und Miteinander in der THW-Jugend konkret werden.

Die Landesjugendleitung sieht hierfür das Instrument des Jugendforums als geeignete Maßnahme. Dieses kann sich als Zusammenschluss der Jugendsprecher_innen bzw. entsandter Delegierter verstanden werden und sollte den primären Zweck haben, den Jugendverband mitzugestalten und Ideen und Wünsche einzubringen. Im Jugendforum können Themen mit anderen Jugendlichen besprochen werden und Antworten auf verschiedene Fragen – wie zum Beispiel bezüglich des allgemeinen Jugenddienstes, Probleme von Jugendlichen in unserer Gesellschaft sowie zu historischen, gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen – gefunden werden.

Die Arbeit des Jugendforums sollte durch Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen gekennzeichnet sein. Dazu können Impulse für die Arbeit durch unsere Projektpartnerin im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (Laufzeit 2016-2018), die Courage-Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V., gesetzt werden. Hierzu zählt insbesondere auch die Befähigung der Mitglieder des Jugendforums zur demokratischen Beteiligung. Zudem sollten die Mitglieder des Jugendforums mit der Fortentwicklung der Funktion des / der Jugendsprecher_in und des Jugendforums selbst beauftragt werden. Weiterhin kann das Jugendforum durch das eigenständige Vorantreiben von Projekten als starke Partnerin der Landesjugendleitung zur Seite stehen.

Um den Forderungen des Jugendforums entsprechendes Gehör innerhalb unseres Verbandes zu geben, ist es denkbar die Wahl von Landesjugendsprecher_innen zu ermöglichen. Diese vertreten die Forderungen gegenüber der Landesjugendleitung und des Landesjugendausschusses. Selbst eine Entsendung in den Landesausschuss des THW-Landesverbandes Sachsen, Thüringen wäre dann zu prüfen.

Hierdurch würde eine Strukturgleichheit zwischen THW-Jugend und THW erreicht werden. Zudem ist dadurch eine Stärkung der Identifikation der Kinder und Jugendlichen mit dem THW verbunden, welches zu einer Erhöhung der Übertritte in den aktiven Dienst führen kann.

Zusammenfassend:
Durch den Beschluss dieses Antrags wird es uns gelingen, die Forderungen und Belange von Kindern und Jugendlichen noch besser zu entsprechen und somit zielorientierter in die Zukunft zu wirken. Dabei entstehen für uns alle Vorteile:

  • Der Bildungsauftrag der THW-Jugend Sachsen e.V. kann effizienter umgesetzt werden.
  • Das Jugendforum entlastet die Leitungsorgane durch Planung, Organisation und Durchführung von eigenverantwortlichen Aktionen und Veranstaltungen.
  • Das Jugendforum ist eine Investition in die Zukunft: Motivierte und engagierte Jugendliche übernehmen oft auch nach der Zeit in der THW-Jugend Verantwortung im THW.
  • Durch das Jugendforum und das Übernehmen von Verantwortung werden die Jugendlichen stark in ihren sozialen Kompetenzen gefördert.
  • Durch jede Diskussion entstehen neue Ideen und Verbesserungen. Die Qualität der Jugendarbeit steigt dadurch erheblich! Und noch viel mehr: Wir gestalten somit nicht nur Jugendarbeit für Kinder und Jugendliche, sondern mit ihnen.
  • Die Landesjugendausschüsse werden durch die Diskussion von jugendrelevanten Themen für die Mitglieder relevanter und interaktiver.
 

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